Profil

Verbindung von Theorie und Praxis

Seit Gründung der Hochschule ist die Verbindung von wissenschaftlicher Theorie und politischer Praxis eines ihrer vorrangigen Anliegen. Diese Verzahnung zeigt sich am Profil der Dozenten- wie der Studentenschaft und an den das normale Lehrangebot ergänzenden Seminaren und wissenschaftlichen Symposien.

Im Gegensatz zu anderen wissenschaftlichen Hochschulen verfügt die Hochschule für Politik München – Bavarian School of Public Policy über keinen hauptamtlichen Lehrkörper. Sämtliche Lehrveranstaltungen werden von nebenamtlich tätigen Dozentinnen und Dozenten abgehalten. Dabei handelt es sich in der Regel um Professorinnen, Professoren und wissenschaftliche Lehrkräfte der Münchener und anderer bayerischer Universitäten wie auch einiger außerbayerischer Hochschulen. Ergänzend werden Expertinnen und Experten aus der Praxis herangezogen: aus Politik und Verwaltung, Gerichten und Diplomatie, Journalismus und Wirtschaft. Auf diese Weise verfügt die Hochschule über ein außerordentlich breites Angebot an Lehrkräften und Lehrveranstaltungen.

Ähnlich vielschichtig ist auch das Bild der Studierenden. Seit ihrem Beginn steht sie sowohl Studierenden mit Hochschulreife als auch solchen ohne Hochschulreife offen. Während sich jedoch diejenigen, die über die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder ein bereits erworbenes Fachhochschul-Diplom verfügen, direkt an der Hochschule immatrikulieren können, müssen sich jene, die nicht die Voraussetzungen für den Universitätszugang erfüllen, einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Berechtigt die bestandene Aufnahmeprüfung die Studierenden ohne Abitur, nur das Grundstudium zu absolvieren und dieses mit einer (nichtakademischen) Abschlussprüfung zu beenden, so können die Studierenden mit Abitur das Grund- und das anschließende Hauptstudium bis zum Erwerb des Diploms durchlaufen. Besonders attraktiv ist die Hochschule für Berufstätige sowie für bereits Studierende anderer Universitäten, welche sich auf dem Feld der Politikwissenschaft aus- und weiterbilden wollen, da alle an der Hochschule abgehaltenen Lehrveranstaltungen in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden (zwischen 15.45 und 20.45 Uhr) stattfinden.

Zusätzlich zu ihrem regulären Lehrbetrieb bietet die Hochschule eine Reihe von Veranstaltungen an. Dazu gehören u.a. die mit der Hanns-Seidel-Stiftung bzw. mit der Georg-von-Vollmar-Akademie gemeinsam durchgeführten Kooperationsseminare. Die Seminare mit der Hanns-Seidel-Stiftung finden in deren beiden Bildungszentren in Wildbad Kreuth (Nähe Tegernsee) und in Kloster Banz (Oberfranken) statt, die Seminare mit der Georg-von-Vollmar-Akademie werden auf Schloss Aspenstein (Nähe Kochelsee) durchgeführt. Gegenstand der Seminare sind jeweils aktuelle politische Themen, die aus den Blickwinkeln der an der Hochschule vertretenen Lehrbereiche dargestellt und in anschließenden Diskussionen erörtert werden. In Ergänzung zu diesen Seminaren unternimmt die Hochschule in unregelmäßigen Abständen Exkursionen in politisch bedeutende Hauptstädte und Länder. Studienfahrten auf Initiative an der Hochschule wirkender studentischer Gruppierungen, z.B. nach Berlin oder Israel, vervollständigen das vielseitige außeruniversitäre Angebot.

 

Finanzierung

Unter finanziellem Gesichtspunkt darf die Hochschule als Einrichtung mit einem vorbildlichen "Preis-Leistungs-Verhältnis" beurteilt werden. Strebten die Gründer anfänglich eine völlige Unabhängigkeit vom Staat an, wurde bald deutlich, dass sich diese Absicht nicht verwirklichen ließ. Der Freistaat Bayern beteiligte sich erstmals im Jahre 1952 an der Finanzierung. In der Folgezeit unterstützten auch der Stadtrat der Landeshauptstadt München, der Bayerische Rundfunk sowie Einzelpersönlichkeiten und Firmen die Hochschule mit größeren Beträgen. Diese Art der Mischfinanzierung verschaffte der Hochschule zwar keine großen Spielräume, sicherte aber ihre Existenz. Eine Zäsur bedeuteten die beiden bereits erwähnten Gesetze von 1970 und 1981. Beide bewirkten eine Konsolidierung nicht nur in hochschulrechtlicher, sondern auch in haushaltsmäßiger Hinsicht. Die Zuwendungen des Freistaates Bayern haben seitdem kontinuierlich zugenommen, während die Spenden und Förderbeiträge von dritter Seite stark zurückgegangen sind. Gegenwärtig weist der Jahresetat der Hochschule einen Gesamtbetrag von weniger als eineinhalb Millionen Euro auf, die weitestgehend vom Freistaat aufgebracht werden.

Die mit großem Abstand bedeutendsten Positionen im Hochschulhaushalt sind die Titel für die Miet- und Mietnebenkosten (ca. 40 Prozent der Gesamtausgaben) sowie für die Personalausgaben (ca. 50 Prozent), wobei es sich bei letzteren zum weit überwiegenden Teil nur um die Vergütungen des fest angestellten Verwaltungspersonals handelt. Dieser für eine Hochschule einmalig niedrige Personalkostenansatz ist der besonderen Struktur ihres Lehrkörpers als ausnahmslos nebenamtlich bzw. nebenberuflich tätiger Dozentenschaft zu verdanken, welche sich mit einer bescheidenen, an den einschlägigen ministeriellen Lehrauftrags- und Lehrvergütungsvorschriften orientierten Einzelstundenvergütung zufrieden gibt. Allein das Jahresgehalt eines einzigen Universitätslehrstuhls liegt höher als der Haushaltsansatz für die gesamte Lehre eines Studienjahres an der Hochschule mit durchschnittlich 45 Lehrveranstaltungen pro Semester.

Die Evaluation durch den Beirat für Wissenschafts- und Hochschulfragen des Bayerischen Staatsministers für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst im Jahre 1997 kam zu dem Ergebnis, dass die Hochschule aufgrund der Besonderheiten, durch die sie sich von anderen Institutionen unterscheidet, als eine Art Modell dienen könne. Sie vermag dies allerdings nur, solange einerseits die Finanzierung durch den Staat sichergestellt ist und andererseits das große Engagement der sie mittragenden Dozentenschaft unverändert erhalten bleibt.