Geschichte

Die Hochschule für Politik München – Bavarian School of Public Policy wurde in der auf das Ende des Zweiten Weltkriegs folgenden historischen Umbruchsituation gegründet. Auf Anregung der US-Militärregierung und unter Beteiligung des Staatsrechtslehrers Prof. Dr. Hans Nawiasky wurde im Herbst 1948 der Beschluss gefasst, eine Institution zu schaffen, deren vorrangiger Zweck in der Erziehung zur Demokratie bestand. Die in den USA fest etablierte Disziplin "Political Science" diente dabei als Modell. Am 14. Juli 1950 kam es zur Gründung der "Hochschule für Politische Wissenschaften", die laut Satzung eine Körperschaft des privaten Rechts war.

Die Hochschulleitung stand in den ersten beiden Jahrzehnten vor der tief greifenden Entscheidung, die Hochschule entweder als selbständige Einrichtung beizubehalten oder sie in irgendeiner Form an die Universität München anzubinden. Die Entstehung der Akademie für Politische Bildung Tutzing (1957), die Gründung des Instituts für Politische Wissenschaft der Universität München, des jetzigen Geschwister-Scholl-Instituts (1958), sowie das verstärkte Engagement politischer Parteien und der beiden Kirchen im Bereich der politischen Bildung intensivierten die Überlegungen über die zukünftige Gestaltung der Hochschule.
 
Ihre Unterstützung durch einflussreiche Persönlichkeiten im Bayerischen Landtag, im Kultusministerium und in der Universität München bewirkte, dass aufgrund übereinstimmender Anträge der drei Fraktionen des Bayerischen Landtages am 27. Oktober 1970 das "Gesetz über die Hochschule für Politik München" erlassen und ihr darin zugleich der Status einer "Institutionell selbständigen Einrichtung an der Universität München" zuerkannt wurde. Sie dürfte damit die einzige Hochschule in der Bundesrepublik sein, die ihre Rechtsgrundlage in einem eigenen, nur für sie geltenden Hochschulgesetz findet, das überdies das erste Hochschulgesetz in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt war.
 
Im Jahr 1981 wurde der Hochschule für Politik (HfP) durch Gesetz vom 16. Februar 1981 der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen. Darin kommt nicht nur ihr Rang als Hochschule des Freistaates Bayern zum Ausdruck; von großer Bedeutung für die Studierenden ist auch die Möglichkeit des Erwerbs eines vollwertigen akademischen Grades durch das Studium an der HfP, der dank der Anbindung an die Universität München im Prüfungsbereich von dieser verliehen wird. Das Diplom-Zeugnis findet nicht nur weltweite Anerkennung, sondern kann bei entsprechender Gesamtnote auch die Voraussetzung für eine sich anschließende Promotion bilden.
 
An tief greifenden Neuerungen seit dieser Zeit ragt die Schaffung der Einrichtung von Lehrbereichsvertretungen hervor, die dazu dient, das Lehrangebot inhaltlich zu strukturieren und eine thematische Geschlossenheit zu gewährleisten. Zudem schuf man die Möglichkeit der Vergabe von Forschungsaufträgen. In den 1990er Jahren wurde die Beschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso Wirklichkeit wie die räumliche Erweiterung der HfP in unmittelbarer Nähe ihres Hauptsitzes.
 
Die Hochschule hat seit 2007 das Promotionsrecht, das sie dazu berechtigt, erfolgreichen Studierenden den Weg zum "Doctor scientiarum politicarum" (Dr. sc. pol.) zu ebnen.
 
Seit Oktober 2013 durchläuft die HfP unter dem neuen Namen „Hochschule für Politik München – Bavarian School of Public Policy (Hochschule für Politik)" einen Reformprozess, den der Bayerische Landtag per Gesetz eingeleitet hat. Die HfP soll sich zu einer einzigartigen Einrichtung in Bayern weiterentwickeln, die bereits existierende politikwissenschaftliche Lehrangebote durch ein interdisziplinäres und praxisrelevantes Lehrprofil ergänzt. Es richtet sich auch an berufstätige Studierende, die Politikwissenschaft aus Interesse und aufgrund ihrer Berufsorientierung an der Schnittstelle von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung studieren wollen. Darüber hinaus wird die Hochschule anwendungsorientierte Politikberatung anbieten, eigenständige wissenschaftliche Forschung betreiben und Veranstaltungen zur politischen Bildung durchführen. Sie soll eine Begegnungsstätte von politischer Wissenschaft und politischer Praxis werden.